Ruhr 2010 Kulturhauptstadt Europas - Projekt Kalender „K3 - KinderKulturKaleidoskop“
Die KiTas in Trägerschaft des KiTa Zweckverbandes waren im Frühjahr eingeladen worden, die Bandbreite kindlicher Auseinandersetzungen mit kulturellen Orten und Werken aus ihrem regionalen Umfeld vorzustellen und über diesen Weg neue kulturelle Ereignisse zu schaffen.
Getreu der Überzeugung des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker „Kultur ist nicht der Paradiesgarten künstlerischer und geistiger Eliten“ sehen die KiTas all das als Kultur, was der Mensch in seiner Welt gestaltend verändert oder hervorbringt. Dadurch entsteht aus einem neutralen Raum ein Ort mit Bedeutung. So wie aus einer chemischen Verbindung ein Duft entsteht oder aus dem Ineinanderweben unterschiedlicher Frequenzen Musik.
Das Projekt bekam den Namen „Kaleidoskop“, womit das Ziel „schöne Formen sehen“ (so die Übersetzung aus dem Griechischen) definiert wurde.
Die Kindertageseinrichtungen fördern, unterstützen und initiieren in ihrer täglichen Arbeit kreative Prozesse der Kinder. Mit kleinen und größeren Gruppen von Kindern suchten sie kulturelle Orte und Ereignisse auf, um dort kreative Projekte anzusiedeln. Ziel war es, eine bunte Vielfalt schöner Formen und Begegnungen zwischen Kindern und kulturellen Orten/Ereignissen in der Kulturhauptstadt 2010 zusammenzustellen.
„Kinder sind schnell fasziniert, staunen und wundern sich über das, was sie vorfinden und was sie selbst und andere schaffen,“ stellt Prälat Dr. Thönnes, ständiger Stellvertreter des Diözesanadministrators, fest. Dazu wurde das Projekt fotografisch dokumentiert.
Das Echo und die Vielfalt der Projekte waren beeindruckend. Kinder, Betreuer und Betreuerinnen gingen auf Entdeckungstour, bastelten und werkelten gemeinsam und stellten das Erlebte in Bildern, Liedern und Spiel dar. Zwölf ganz unterschiedliche Projekte bilden – stellvertretend für die teilnehmenden KiTas – den Kalender „K3 – KinderKulturKaleidoskop“ 2010. Die Freude der Kinder am Erleben und Erschaffen von Kultur soll das ganze Jahr 2010 hindurch Freude bereiten.
- Auf Zollverein fragten sich Kinder der KiTa St. Mariä Empfängnis in Essen, was ein Kulturdenkmal ist und erlebten den Weg der Kohle vom Abbau bis zum Abtransport.
- Viele freche Tiere machen Musik, sagten sich die Kinder der KiTa Christus König in Duisburg und machten mit selbstgebauten Instrumenten ein fröhliches Musical.
- Unsere Stadt, unsere Geschichte. Die KiTa St. Johann Baptist „Morgenland“ in Ennepetal machte sich in der Kluterthöhle auf Schatzsuche und begab sich auf die Spur desFuchses. Daraus wurde spannende Heimatgeschichte zum Anfassen.
- Von Golgota zur Halde Haniel. Kinder der KiTa St. Marien Rothebusch in Oberhausen schlüpften in schlichte Gewänder und versetzten sich in die Situation der Jünger Jesu. Gleichzeitig erlebten die Kinder eine Aktualisierung in die Welt der Bergleute durch die Installationen vor Ort.
- Mit Papa auf Schalke hieß es für die KiTa St. Suitbert in Gelsenkirchen. Natürlich waren auch Mütter und Töchter beim Ausflug in die Arena dabei, sammelten Ideen und bastelten Fan-Artikel.
- Unser Leben mit dem Wasser. Das Familienzentrum St. Peter in Oberhausen entdeckte, dass Wasser, Pfützen und Matsch nicht nur zum Toben einladen, sondern dass Wasser auch Lebensvoraussetzung ist und Bedingung dafür, dass Boote und Schiffe auf der Ruhr fahren.
- Wir lernen kennen, was wir essen. Eier, Milch, Früchte – wie kommt das in den Supermarkt? Die KiTa St. Johannes, Gladbeck, fand die Antwort auf einem Bauernhof.
- Wir entdecken den Tippelsberg. Die KiTa St. Franziskus in Bochum entdeckte den Lebensraum Wald und in der Natur ihre Kreativität.
- Wir bauen uns ein Tetraeder. Die Aussichtsplattform war Vorbild für einen Nachbau der KiTa St. Hedwig in Bottrop, bevor es auf das Original ging.
- Ein heilsamer Ort ist das Hunderterwasserhaus im Grugapark. Die KiTa St. Peter in Essen machte hier manche Entdeckungen, die in Bilder und eine Skulptur einflossen.
- Was unsere Hände alles können, zeigte die KiTa Herz Jesu Westerdorfstraße in Essen. Aus einem Docht und duftendem Bienenwachs entstanden in vielen Tauchgängen Kerzen.
- Ich mach‘ mir meine Welt. Die KiTa St. Pankratius „Fantasiewerkstatt“ in Oberhausen entdeckte im Gasometer die Welt und das Weltall - und staunte.
Mit diesem Projekt schenkt der KiTa Zweckverband Anteil am Tun der Kinder, lädt ein, sich von der Faszination und der Begeisterung der Kinder anstecken zu lassen und ermöglicht, den kulturellen Schatz unserer Region einmal mit den Augen der Kinder wahrzunehmen" resümiert Propst Plantzen, Vorsitzender des Verwaltungsrates, das Gesamtprojekt.
Im nächsten Jahr werden alle Projekte in einer Ausstellung gezeigt.
Der Kalender (Format 50 x 40 cm) ist über die Geschäftsstelle des KiTa Zweckverbandes erhältlich.




