11.05.2026
Verbandsmitteilungen

Bochumer Heimkehrer-Dankeskirche wird zur KiTa für bis zu 135 Kinder‎

Die KiTa Heilige Familie wird 2028 in die gleichnamige Kirche ziehen und künftig Plätz für 135 ‎Kinder bieten. Die Krypta als Ort für Gottesdienste und Erinnerung an Krieg und ‎Gefangenschaft bleibt erhalten.‎

Dass die Heimkehrer-Dankeskirche mittelfristig neu genutzt werden soll, ist bereits seit 2017 ‎klar. Eine Umnutzung hatte die Pfarrei damals in ihrem Votum zum Pfarreientwicklungsprozess ‎festgelegt. Nun haben die Pfarrei-Gremien zusammen mit Fachleuten aus dem ‎ImmobilienRaum-Team des Bistums Essen ein passendes Konzept entwickelt – und einen ‎Investor gefunden, der es umsetzt. Aus Sicht der Pfarrei sei die KiTa die bestmögliche neue ‎Nutzung für die Kirche, sagt Thomas Köster, Pfarrer der für Heilige Familie zuständigen Pfarrei ‎St. Franziskus. ‎

Markus Bürger aus Witten ist der Investor, der die Kirche in eine lebendige KiTa verwandeln ‎will. Er hat der Pfarrei das Gotteshaus samt Grundstück drumherum abgekauft, einzelne Räume ‎mietet die Pfarrei künftig zurück. Im Sommer 2028, zum Start des neuen KiTa-Jahres, soll der ‎Umbau fertig sein. Dann soll die katholische KiTa Heilige Familie aus ihrem bisherigen Gebäude ‎neben der Kirche in die neuen Räume in der umgebauten Kirche einziehen. Dafür will Bürger ‎dort unter anderem Zwischenebenen und Dachfenster einbauen. ‎

Wie ein Atrium „mit Licht und Luft von oben“‎

Bürger vergleicht die Pläne für die Kirche mit einem Atrium, „mit Licht und Luft von oben“. ‎Und mit viel Platz: Anstelle der bisherigen zwei KiTa-Gruppen mit rund 50 Kindern soll die KiTa ‎in der Kirche Platz für sechs Gruppen haben. In drei Gruppen sollen Kinder zwischen drei und ‎sechs Jahren begleitet werden, so wie bisher auch. Drei weitere Gruppen bieten künftig auch ‎Platz für Kinder unter drei Jahren, erklärt Susanne Sobotta, Gebietsleiterin für die Region ‎Bochum. Der KiTa Zweckverband wird die Einrichtung auch an ihrem neuen Standort ‎betreiben.‎

Bei aller Aufbruchstimmung rund um die Kirche Heilige Familie betonen Pfarrei wie Investor ‎die historische Bedeutung der Kirche: In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre als Zeichen der ‎Dankbarkeit für die Rettung aus Kriegsgefangenschaft erbaut, war die Kirche fast 50 Jahre lang ‎der Ort des bundesweiten jährlichen „Heimkehrer-Danktags“. Bis heute zeugen sowohl das ‎farbige Fensterband „Straße des Krieges“ als auch die Krypta als Gottesdienstort und Museum ‎von dieser Erinnerungsarbeit. Beides soll nach dem Umbau erhalten bleiben und weiter ‎genutzt werden. Neue Räume für die Jugend- und Gemeindearbeit soll es ebenfalls geben. ‎Zudem soll der neue Zugang zur Krypta barrierefrei sein. ‎

Ist der Kirchen-Umbau abgeschlossen, will Bürger das Gelände ringsum bebauen. Wo jetzt ‎noch das ehemalige Pfarr- und Küsterhaus, das Gemeindehaus und die KiTa stehen, sollen ‎künftig zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 50 bis 60 neue Wohnungen für den Stadtteil ‎im Bochumer Süden entstehen. ‎

Am Samstag, 3. Oktober 2026, will die Pfarrei in der Kirche eine letzte Messe feiern. Bis dahin ‎werden die Gremien der Pfarrei ein Programm erstellen, damit sich die Gläubigen und der ‎gesamte Stadtteil angemessen von der Kirche verabschieden können. ‎