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Bochumer Heimkehrer-Dankeskirche wird zur KiTa für bis zu 135 Kinder
Die KiTa Heilige Familie wird 2028 in die gleichnamige Kirche ziehen und künftig Plätz für 135 Kinder bieten. Die Krypta als Ort für Gottesdienste und Erinnerung an Krieg und Gefangenschaft bleibt erhalten.
Dass die Heimkehrer-Dankeskirche mittelfristig neu genutzt werden soll, ist bereits seit 2017 klar. Eine Umnutzung hatte die Pfarrei damals in ihrem Votum zum Pfarreientwicklungsprozess festgelegt. Nun haben die Pfarrei-Gremien zusammen mit Fachleuten aus dem ImmobilienRaum-Team des Bistums Essen ein passendes Konzept entwickelt – und einen Investor gefunden, der es umsetzt. Aus Sicht der Pfarrei sei die KiTa die bestmögliche neue Nutzung für die Kirche, sagt Thomas Köster, Pfarrer der für Heilige Familie zuständigen Pfarrei St. Franziskus.
Markus Bürger aus Witten ist der Investor, der die Kirche in eine lebendige KiTa verwandeln will. Er hat der Pfarrei das Gotteshaus samt Grundstück drumherum abgekauft, einzelne Räume mietet die Pfarrei künftig zurück. Im Sommer 2028, zum Start des neuen KiTa-Jahres, soll der Umbau fertig sein. Dann soll die katholische KiTa Heilige Familie aus ihrem bisherigen Gebäude neben der Kirche in die neuen Räume in der umgebauten Kirche einziehen. Dafür will Bürger dort unter anderem Zwischenebenen und Dachfenster einbauen.
Wie ein Atrium „mit Licht und Luft von oben“
Bürger vergleicht die Pläne für die Kirche mit einem Atrium, „mit Licht und Luft von oben“. Und mit viel Platz: Anstelle der bisherigen zwei KiTa-Gruppen mit rund 50 Kindern soll die KiTa in der Kirche Platz für sechs Gruppen haben. In drei Gruppen sollen Kinder zwischen drei und sechs Jahren begleitet werden, so wie bisher auch. Drei weitere Gruppen bieten künftig auch Platz für Kinder unter drei Jahren, erklärt Susanne Sobotta, Gebietsleiterin für die Region Bochum. Der KiTa Zweckverband wird die Einrichtung auch an ihrem neuen Standort betreiben.
Bei aller Aufbruchstimmung rund um die Kirche Heilige Familie betonen Pfarrei wie Investor die historische Bedeutung der Kirche: In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre als Zeichen der Dankbarkeit für die Rettung aus Kriegsgefangenschaft erbaut, war die Kirche fast 50 Jahre lang der Ort des bundesweiten jährlichen „Heimkehrer-Danktags“. Bis heute zeugen sowohl das farbige Fensterband „Straße des Krieges“ als auch die Krypta als Gottesdienstort und Museum von dieser Erinnerungsarbeit. Beides soll nach dem Umbau erhalten bleiben und weiter genutzt werden. Neue Räume für die Jugend- und Gemeindearbeit soll es ebenfalls geben. Zudem soll der neue Zugang zur Krypta barrierefrei sein.
Ist der Kirchen-Umbau abgeschlossen, will Bürger das Gelände ringsum bebauen. Wo jetzt noch das ehemalige Pfarr- und Küsterhaus, das Gemeindehaus und die KiTa stehen, sollen künftig zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 50 bis 60 neue Wohnungen für den Stadtteil im Bochumer Süden entstehen.
Am Samstag, 3. Oktober 2026, will die Pfarrei in der Kirche eine letzte Messe feiern. Bis dahin werden die Gremien der Pfarrei ein Programm erstellen, damit sich die Gläubigen und der gesamte Stadtteil angemessen von der Kirche verabschieden können.

