11.02.2026
Verbandsmitteilungen

Früh übt sich: ‎ KiTa-Kinder zeigen Bürgermeister ihre Kinderkonferenz

Wie Demokratie bereits im frühen Kindesalter aussehen kann, zeigten Kinder der KiTa St. Gerwin in Wetter kürzlich Bürgermeister Hans‑Günter Draht. Die Einrichtung setzt auf feste Beteiligungsstrukturen, in denen Kinder aktiv mitbestimmen und Verantwortung übernehmen. Beim Termin erhielt der Bürgermeister einen unmittelbaren Einblick in die Kinderkonferenz – ein zentrales Gremium, das regelmäßig über Themen des KiTa-Alltags berät und entscheidet.

Einmal im Jahr wählen alle Kinder der Einrichtung ihr Kinderparlament. Die Wahlvorbereitung folgt demokratischen Grundsätzen: Kandidat*innen werden vorgeschlagen, gestalten eigene Plakate und werben für ihre Ideen. Dabei gilt: Jedes Kind hat eine Stimme, eine Meinung und das Recht, gehört zu werden. Am Tag der Wahl können alle KiTa-Kinder ihre Stimme abgeben – mit Hilfe von Steinen, die sie in blickdichte Behältnisse vor den Fotos der Kandidat*innen werfen. Die gewählten Vertreter*innen treffen sich nach der Wahl monatlich, um über Projekte, Aktionstage oder organisatorische Fragen mit der KiTa-Leitung zu besprechen. In der sogenannten Kinderkonferenz, an der alle KiTa-Kinderteilnehmen, werden dann entsprechende Entscheidungen der einzelnen Themen abgestimmt. Zuletzt wurde auf diesem Weg das neue KiTa‑Logo festgelegt – ein Beispiel dafür, wie ernst die Beteiligung der Kinder genommen wird.

Beim Besuch von Bürgermeister Hans-Günter Draht tagte die Kinderkonferenz mit allen anwesenden Kindern und den pädagogischen Fachkräften rund um Leiterin Karen Buchholz. Auf der Tagesordnung stand die Entscheidung über das natur- und umweltpädagogische Jahresprojekt. Das KiTa-Team stellte drei mögliche Schwerpunkte vor: einen Kräutergarten im Außengelände gestalten oder zwei Tierprojekte, bei dem die Kinder entweder Regenwürmer oder Igel erforschen können. Nach der Präsentation stimmten die Kinder geheim mit dem bekannten Stein-Prinzip ab und wählten das Igel-Projekt.

„Hier wird Demokratie lebendig“, betonte Bürgermeister Draht nach der Sitzung. Besonders beeindruckte ihn, wie selbstverständlich die Kinder an Entscheidungen beteiligt werden – vom Mittagessen über die Raumgestaltung bis hin zu Projekten. „Man sieht deutlich, dass Demokratiebildung in den KiTas beginnt. Kinder erfahren hier, dass ihre Meinung zählt und sie aktiv mitgestalten können. Ich danke dem gesamten KiTa-Team und natürlich den Kindern für diese wertvollen Einblicke.“

Als gelernter Buchhändler brachte Draht mehrere Kinderbücher zum Thema Demokratiebildung mit. Die vielfältigen Geschichten verdeutlichen, wie wichtig jede einzelne Person für das Gelingen einer Gemeinschaft ist – eine Botschaft, die perfekt zum pädagogischen Ansatz der KiTa passt.

In den KiTas des KiTa Zweckverbandes ist Demokratiebildung ein fester Bestandteil. Überall wird Kindern Raum gegeben, ihre Perspektiven einzubringen und Verantwortung zu übernehmen – abgestimmt auf ihre individuellen Möglichkeiten und Bedürfnisse. Durch verbindliche Beteiligungsformen entsteht ein Alltag, in dem Mitbestimmung selbstverständlich ist und Kinder früh erfahren, wie gemeinschaftliches Handeln gelingt. Damit setzt der KiTa Zweckverband ein klares Zeichen für eine pädagogische Haltung, die Gerechtigkeit, Solidarität und Toleranz von Anfang an stärkt.