19.03.2026
Verbandsmitteilungen

Gemeinsamer Rat legt Empfehlungen für „Christlich leben. Mittendrin.“ vor

Wie geht es weiter mit „Christlich leben. Mittendrin.“? Der Gemeinsame Rat im Bistum Essen hat sieben Empfehlungen verabschiedet. Sie bündeln die zahlreichen Rückmeldungen aus der Konsultationsphase und sollen das weitere Entwicklungsprogramm sowie künftige Strukturen maßgeblich prägen.

Der Gemeinsame Rat im Bistum Essen hat sieben Empfehlungen für die weitere Entwicklung des Programms „Christlich leben. Mittendrin.“ verabschiedet und an Bischof Franz-Josef Overbeck übergeben. Overbeck hat diese Empfehlungen in der gemeinsamen Sitzung des Beratungs- und Entscheidungsgremiums für das Bistum Essen angenommen. „Auf dieser Grundlage können wir den Weg von ,Christlich Leben. Mittendrin‘ nun gemeinsam weitergehen“, so Overbeck.

Wie hat der Gemeinsame Rat die Empfehlungen erarbeitet?

Grundlage der Empfehlungen war der Bericht einer vom Gemeinsamen Rat beauftragten Arbeitsgruppe mit dem „Christlich Leben. Mittendrin.“-Programm-Manager Johannes Vutz und den beiden Ratsmitgliedern Johannes Norpoth und Isabelle Wrede. Sie hatten über 170 Rückmeldungen ausgewertet, die in den vergangenen Monaten insbesondere von Gremien und Gruppen des Bistums sowie von Einzelpersonen zu den bisherigen Vorschlägen zu „Christlich Leben. Mittendrin.“ eingegangen waren. Diese Rückmeldungen spiegeln den intensiven Austausch vieler engagierter Menschen im Bistum Essen wider, die sich in den vergangenen Monaten mit „Christlich Leben. Mittendrin.“ auseinandergesetzt haben. Im vergangenen Sommer hatte das Bistum erste Ideen für die Strukturen der künftigen Stadt- und Kreiskirchen sowie der Stadt- und Kreispfarreien veröffentlicht. Bei sieben Regionalkonferenzen hatte Vutz diese Vorschläge in den vergangenen Monaten zusammen mit Bistums-Vertreterinnen und -Vertretern rund 700 Menschen vorgestellt. Ausdrücklich hatten die Verantwortlichen in einer Konsultationsphase gebeten, zu diesen Vorschlägen Rückmeldungen zu geben. Auch wenn angesichts der zahlreichen Rückmeldungen nicht jede Eingabe mit ihrem Wortlaut in die Empfehlungen übernommen werden konnte, konnte die Arbeitsgruppe doch eine für die weitere Entwicklung handhabbare Zusammenfassung erstellen, die die wesentlichen Resonanzen wiedergibt. Das auf dieser Grundlage entstandene Arbeitsdokument mit den sieben Empfehlungen steht nun online unter clm.bistum-essen.de/material zum Download zur Verfügung.

Was sagen die Rückmeldungen über „Christlich leben. Mittendrin.“?

Die Auswertung der Rückmeldungen zeigte eine grundsätzliche Zustimmung zur Zielrichtung des Programms, zugleich aber auch einige Hinweise auf weitere Klärungsbedarfe. Dazu zählen insbesondere der realistische Umgang mit personellen und finanziellen Ressourcen, die künftige Rolle des Ehrenamts, Fragen von Synodalität und Partizipation, die Klärung von Zuständigkeiten – zum Beispiel zwischen den künftigen Pfarreigremien – sowie die Spannung zwischen pastoralen Zielen, Strukturfragen und finanziellen Rahmenbedingungen. Auch Fragen zur Kommunikation, zur Beteiligung und zur Rückkopplung des Programms wurden als zentrale Themen benannt.

Was empfiehlt der Gemeinsame Rat?

Nun empfiehlt der Gemeinsame Rat unter anderem, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege klarer zu ordnen. Zugleich geht es darum, die Modelle für die Stadt- und Kreiskirchen so weiterzuentwickeln, dass sie als tragfähige Netzwerke einen erkennbaren Mehrwert bieten. Weitere Schwerpunkte sind die konkrete Ausgestaltung der künftigen Pfarreistrukturen und -gremien, eine verlässlich abgesicherte professionelle Unterstützung in der Leitung sowie ein transparenter Prozess, in dem Beteiligung und Rückmeldungen sichtbar berücksichtigt werden. Zudem betont der Gemeinsame Rat, den Netzwerkgedanken von „Christlich leben. Mittendrin.“ geistlich und pastoraltheologisch weiter zu fundieren, damit ein tragfähiges Leitbild für eine Pastoral entstehen kann, die die konkreten Lebensbedingungen, Bedürfnisse und Herausforderungen der Menschen in ihrem jeweiligen Umfeld ernst nimmt und in die Gestaltung kirchlichen Handelns einbezieht.

Mit seinen Empfehlungen verbindet der Gemeinsame Rat die Erwartung, dass die Rückmeldungen sichtbar in die weitere Entwicklung von „Christlich leben. Mittendrin.“ einfließen. Ziel sei es, dem Bischof eine belastbare Orientierung für die anstehenden konzeptionellen Entscheidungen zu geben.

Wie reagiert Bischof Overbeck auf die Empfehlungen?

Overbeck dankte der Arbeitsgruppe „für die intensive Auswertung der Rückmeldungen und die sorgfältige Vorbereitung der Empfehlungen. Ebenso danke ich allen, die sich in der Konsultationsphase mit ihren Rückmeldungen beteiligt haben, und dem gesamten Gemeinsamen Rat für die engagierte Beratung und die konstruktive Verständigung“, sagte der Bischof in der Sitzung. „Dass unterschiedliche Perspektiven eingebracht, gehört und in gemeinsame Empfehlungen überführt werden konnten, ist ein wichtiges Zeichen synodalen Arbeitens“, betonte Overbeck.

Bischof Overbeck hat die Programmleitung und die Steuerungsgruppe von „Christlich leben. Mittendrin.“ beauftragt, nun konkrete Umsetzungen der Empfehlungen des Gemeinsamen Rates zu planen.

Quelle: https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/gemeinsamer-rat-legt-empfehlungen-fuer-christlich-leben-mittendrin-vor Thomas Rünker I Bistum Essen 
Foto: Nicole Cronauge I Bistum Essen