23.06.2026
Verbandsmitteilungen

KiTa-Qualität stärken: Nationale Expert*innen diskutieren Zukunft ‎der frühen Bildung

Wie kann die Qualität in Kindertageseinrichtungen nachhaltig verbessert ‎werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich am 16. und 17. Juni 2026 rund 80 ‎Expert*innen aus Politik, Wissenschaft und Praxis beim Nationalen Forum ‎Frühe Bildung in Heilbronn. Verena kleine Holthaus, Geschäftsführerin im KiTa ‎Zweckverband, brachte die Perspektive der 233 katholischen KiTas in die ‎bundesweite Diskussion ein.‎

Frühkindliche Bildung gilt als entscheidender Faktor für erfolgreiche Bildungsbiografien und ‎gesellschaftliche Teilhabe. Gleichzeitig zeigt der aktuelle Nationale Bildungsbericht, dass ‎Bildungsungleichheiten häufig bereits vor dem Schuleintritt entstehen und sich im weiteren ‎Verlauf verfestigen können.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Qualität in der frühen Bildung ‎wirksam gestärkt werden kann. Im Mittelpunkt des Nationalen Forums Frühe Bildung stand daher die Diskussion über konkrete Ansätze ‎zur Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen. Ein zentrales Ergebnis der ‎Diskussionen: Strukturvorgaben allein reichen nicht aus, entscheidend ist die gelebte ‎ ‎Prozessqualität, also die Qualität der pädagogischen Arbeit im Alltag von KiTas. ‎

Qualitätsentwicklung als gemeinsame Aufgabe

Auch die politische Perspektive spielt eine zentrale Rolle. Bundesfamilienministerin Karin ‎Prien stellte Überlegungen zum geplanten Qualitätsentwicklungsgesetz vor und betonte die ‎Notwendigkeit eines stärkeren Dialogs zwischen den verschiedenen Ebenen des Systems. ‎

Karin Prien sagt: „Ich hoffe, dass von Heilbronn aus ein Signal in die Republik ‎geht. Die Politik ‎muss verstehen, dass die Qualität in der frühen Bildung eine Schicksalsfrage für unser Land ‎‎ist. Denn sie ist auch entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung und den sozialen ‎Zusammenhalt. Wir ‎sprechen hier über eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die ‎Trendwende in der Bildungspolitik wird uns nur im ‎gemeinsamen Dialog gelingen.“‎

Perspektiven aus Trägerschaft und Praxis

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion brachte Verena kleine Holthaus die Perspektive des ‎KiTa Zweckverbandes in die Debatte ein. Im Fokus standen die Voraussetzungen für ‎nachhaltige Qualität in den Einrichtungen. Darunter: messbare Qualitätsziele, ein ‎gemeinsames Führungs- und Qualitätsverständnis, klare Verantwortlichkeiten, Lern- und ‎Reflexionsbereitschaft, bedarfsgerechte Ressourcen, Vernetzung sowie ein wirksames ‎Qualitätsmanagementsystem. ‎

‎„Qualität entsteht nicht zufällig. Sie braucht klare Ziele, professionelle Führung und ‎ausreichend Ressourcen. Vor allem aber braucht sie den Mut, Entwicklung als ‎gemeinschaftliche Daueraufgabe zu begreifen und nicht als einmaliges Projekt“, betont ‎Verena kleine Holthaus.‎

Das Nationale Forum Frühe Bildung verdeutlichte die hohe Relevanz eines gemeinsamen, ‎systemübergreifenden Handelns. Die Weiterentwicklung frühkindlicher Bildung erfordert ‎abgestimmte Verantwortung zwischen Politik, Trägern, Fachpraxis und Wissenschaft sowie ‎langfristig verlässliche Rahmenbedingungen für Qualität in Kindertageseinrichtungen.‎
 

Fotos: aim, Jacqueline Eustachi