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KiTa-Qualität stärken: Nationale Expert*innen diskutieren Zukunft der frühen Bildung
Wie kann die Qualität in Kindertageseinrichtungen nachhaltig verbessert werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich am 16. und 17. Juni 2026 rund 80 Expert*innen aus Politik, Wissenschaft und Praxis beim Nationalen Forum Frühe Bildung in Heilbronn. Verena kleine Holthaus, Geschäftsführerin im KiTa Zweckverband, brachte die Perspektive der 233 katholischen KiTas in die bundesweite Diskussion ein.
Frühkindliche Bildung gilt als entscheidender Faktor für erfolgreiche Bildungsbiografien und gesellschaftliche Teilhabe. Gleichzeitig zeigt der aktuelle Nationale Bildungsbericht, dass Bildungsungleichheiten häufig bereits vor dem Schuleintritt entstehen und sich im weiteren Verlauf verfestigen können.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Qualität in der frühen Bildung wirksam gestärkt werden kann. Im Mittelpunkt des Nationalen Forums Frühe Bildung stand daher die Diskussion über konkrete Ansätze zur Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen. Ein zentrales Ergebnis der Diskussionen: Strukturvorgaben allein reichen nicht aus, entscheidend ist die gelebte Prozessqualität, also die Qualität der pädagogischen Arbeit im Alltag von KiTas.
Qualitätsentwicklung als gemeinsame Aufgabe
Auch die politische Perspektive spielt eine zentrale Rolle. Bundesfamilienministerin Karin Prien stellte Überlegungen zum geplanten Qualitätsentwicklungsgesetz vor und betonte die Notwendigkeit eines stärkeren Dialogs zwischen den verschiedenen Ebenen des Systems.
Karin Prien sagt: „Ich hoffe, dass von Heilbronn aus ein Signal in die Republik geht. Die Politik muss verstehen, dass die Qualität in der frühen Bildung eine Schicksalsfrage für unser Land ist. Denn sie ist auch entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung und den sozialen Zusammenhalt. Wir sprechen hier über eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Trendwende in der Bildungspolitik wird uns nur im gemeinsamen Dialog gelingen.“
Perspektiven aus Trägerschaft und Praxis
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion brachte Verena kleine Holthaus die Perspektive des KiTa Zweckverbandes in die Debatte ein. Im Fokus standen die Voraussetzungen für nachhaltige Qualität in den Einrichtungen. Darunter: messbare Qualitätsziele, ein gemeinsames Führungs- und Qualitätsverständnis, klare Verantwortlichkeiten, Lern- und Reflexionsbereitschaft, bedarfsgerechte Ressourcen, Vernetzung sowie ein wirksames Qualitätsmanagementsystem.
„Qualität entsteht nicht zufällig. Sie braucht klare Ziele, professionelle Führung und ausreichend Ressourcen. Vor allem aber braucht sie den Mut, Entwicklung als gemeinschaftliche Daueraufgabe zu begreifen und nicht als einmaliges Projekt“, betont Verena kleine Holthaus.
Das Nationale Forum Frühe Bildung verdeutlichte die hohe Relevanz eines gemeinsamen, systemübergreifenden Handelns. Die Weiterentwicklung frühkindlicher Bildung erfordert abgestimmte Verantwortung zwischen Politik, Trägern, Fachpraxis und Wissenschaft sowie langfristig verlässliche Rahmenbedingungen für Qualität in Kindertageseinrichtungen.
Fotos: aim, Jacqueline Eustachi


