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KiTa-Zugang als Schlüssel für Bildungsgerechtigkeit
Das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) hat eine neue Studie veröffentlicht, die zeigt, dass in Deutschland die Bildungschancen von Kindern noch immer sehr stark vom Elternhaus abhängen. Insbesondere werden sie vom Bildungsniveau der Eltern sowie von deren beruflicher und finanzieller Situation beeinflusst.
Die Studie unter dem Titel „Von der Kita bis zur Uni: Wie soziale Ungleichheiten unseren Bildungsweg beeinflussen“ macht deutlich, dass die Bildungsungleichheit schon in ersten Lebensjahren entsteht – und in Korrelation zur frühkindlichen Bildung steht:
Während im zweiten Lebensjahr vor allem Eltern mit hohem beruflichem Status ihre Kinder außerfamiliär betreuen lassen, gewinnt im dritten und vierten Lebensjahr das Bildungsniveau der Eltern an Bedeutung. Kinder aus Familien mit niedrigem Bildungsniveau besuchen vor dem vierten Lebensjahr seltener Kindertageseinrichtungen. (siehe Grafik)
Auch bei den erworbenen Kompetenzen zeigen sich bereits im frühen Kindesalter Unterschiede: Schon im Kleinkindalter unterscheiden sich Wortschatz (im Alter von drei Jahren) sowie frühe mathematische und naturwissenschaftliche Fähigkeiten (im Alter von vier bzw. fünf Jahren) systematisch nach der sozialen Herkunft und vergrößern sich bis zum Schuleintritt. Diese Ungleichheiten setzen sich im weiteren Bildungsverlauf fort.
„Die Studie des LIfBi betont die Relevanz frühkindlicher Bedeutung. Der Zugang zur KiTa muss daher allen Kindern möglich sein. Damit das gelingt, braucht es frühzeitige und klare Informationen für alle Familien“, betont Verena kleine Holthaus, Geschäftsführerin des KiTa Zweckverbandes im Bistum Essen. Die Erkenntnisse decken sich mit dem Auftrag des Verbandes: „Als christlicher Träger müssen wir dort sein, wo wir am dringendsten gebraucht werden. Im Sinne der Chancengerechtigkeit setzen wir daher insbesondere in herausfordernden Sozialräumen auf qualitative Sozialarbeit: auf gute Vernetzung und Transparenz.“
Die Autor*innen greifen bei ihrer Analyse von Bildungsverläufen von der Geburt bis zum Alter von 26 Jahren auf die Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) zurück.
Mehr Informationen zur Studie „Von der Kita bis zur Uni: Wie soziale Ungleichheiten unseren Bildungsweg beeinflussen“.
