16.01.2026
Verbandsmitteilungen

KiTa Zweckverband kritisiert Vorstoß zu „ABC-Klassen“

Der angekündigte Vorstoß der NRW-Landesregierung zur Einführung ‎sogenannter ABC-Klassen stößt bei Trägern der frühkindlichen Bildung auf ‎deutliche Kritik – so auch beim KiTa Zweckverband. Statt früher Verschulung ‎braucht es aus seiner Sicht stärkere Investitionen in bewährte, alltagsintegrierte ‎Sprachbildung.‎

Mit den geplanten ABC-Klassen verfolgt das nordrhein-westfälische ‎Schulministerium das Ziel, die Sprachkompetenzen von Kindern im Jahr vor der ‎Einschulung gezielt zu fördern. Vorgesehen sind verpflichtende schulische ‎Vorkurse, in denen Kinder auf die sprachlichen Anforderungen des Unterrichts ‎vorbereitet werden sollen. Die Verantwortung für die neue Sprachförderung wird in ‎die Hände der Schulen gelegt.‎

Aus Sicht des KiTa Zweckverbands geht der Ansatz der Landesregierung an den ‎entwicklungspsychologischen Bedürfnissen von Kindern vorbei und ignoriert ‎zentrale wissenschaftliche Erkenntnisse. Dazu erklärt Geschäftsführerin Verena ‎kleine Holthaus:‎

‎„Der Vorstoß der nordrhein-westfälischen Landesregierung, ABC-Klassen zur ‎sprachlichen ‎Förderung im Vorschulalter einzusetzen, ignoriert konsequent ‎wissenschaftliche Erkenntnisse zu ‎kindlichem Lernverhalten. Kinder unter sechs ‎Jahren lernen spielerisch, über Beziehungen und mit ‎allen Sinnen. Genau da setzt ‎die alltagsintegrierte Sprachbildung in der Elementarpädagogik an. ‎

Doch statt in erprobte und wirksame Lösungen zu investieren und das KiBiz ‎entsprechend darauf ‎auszurichten, setzt die Landesregierung auf ein verschultes ‎System, das Kindern dieses Alters nicht ‎gerecht wird. So werden fünfjährige Kinder ‎verunsichert und stigmatisiert – nicht gestärkt! Der ‎KiTa Zweckverband erwartet ‎weniger Aktionismus und mehr Weitsicht im politischen Handeln. ‎Kinder haben ein ‎Recht darauf, gemäß ihres Entwicklungsstandes begleitet zu werden! ‎

Wir fordern ‎daher mehr Investitionen in die Elementarpädagogik und ein ‎Bildungssystem, das in sich kohärent ‎ist und die individuelle Entwicklung von ‎Kindern berücksichtigt!“‎

Hier finden Sie die offizielle Pressemitteilung des Ministeriums. ‎