Verbandsmitteilungen
KiTa Zweckverband kritisiert Vorstoß zu „ABC-Klassen“
Der angekündigte Vorstoß der NRW-Landesregierung zur Einführung sogenannter ABC-Klassen stößt bei Trägern der frühkindlichen Bildung auf deutliche Kritik – so auch beim KiTa Zweckverband. Statt früher Verschulung braucht es aus seiner Sicht stärkere Investitionen in bewährte, alltagsintegrierte Sprachbildung.
Mit den geplanten ABC-Klassen verfolgt das nordrhein-westfälische Schulministerium das Ziel, die Sprachkompetenzen von Kindern im Jahr vor der Einschulung gezielt zu fördern. Vorgesehen sind verpflichtende schulische Vorkurse, in denen Kinder auf die sprachlichen Anforderungen des Unterrichts vorbereitet werden sollen. Die Verantwortung für die neue Sprachförderung wird in die Hände der Schulen gelegt.
Aus Sicht des KiTa Zweckverbands geht der Ansatz der Landesregierung an den entwicklungspsychologischen Bedürfnissen von Kindern vorbei und ignoriert zentrale wissenschaftliche Erkenntnisse. Dazu erklärt Geschäftsführerin Verena kleine Holthaus:
„Der Vorstoß der nordrhein-westfälischen Landesregierung, ABC-Klassen zur sprachlichen Förderung im Vorschulalter einzusetzen, ignoriert konsequent wissenschaftliche Erkenntnisse zu kindlichem Lernverhalten. Kinder unter sechs Jahren lernen spielerisch, über Beziehungen und mit allen Sinnen. Genau da setzt die alltagsintegrierte Sprachbildung in der Elementarpädagogik an.
Doch statt in erprobte und wirksame Lösungen zu investieren und das KiBiz entsprechend darauf auszurichten, setzt die Landesregierung auf ein verschultes System, das Kindern dieses Alters nicht gerecht wird. So werden fünfjährige Kinder verunsichert und stigmatisiert – nicht gestärkt! Der KiTa Zweckverband erwartet weniger Aktionismus und mehr Weitsicht im politischen Handeln. Kinder haben ein Recht darauf, gemäß ihres Entwicklungsstandes begleitet zu werden!
Wir fordern daher mehr Investitionen in die Elementarpädagogik und ein Bildungssystem, das in sich kohärent ist und die individuelle Entwicklung von Kindern berücksichtigt!“
Hier finden Sie die offizielle Pressemitteilung des Ministeriums.
