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Klausurtag zum Thema Adultismus
Adultismus ist eine der ersten Diskriminierungserfahrungen, mit denen Kinder aufwachsen: Es beschreibt das Machtverhältnis, das automatisch zwischen Erwachsenen und Kindern besteht. Aufgrund von Körpergröße, mehr Lebenserfahrung und Wissen entsteht eine Ungleichbehandlung. Erwachsene wissen vermeintlich, was für die Kinder gut oder schlecht ist, ohne diese einzubeziehen. Dieses Machtverhältnis ist gerade im pädagogischen Kontext zu hinterfragen.
Die Essener KiTa-Leitungen der Pfarreien St. Gertrud, St. Ludgerus und St. Josef (Ruhrhalbinsel) haben sich mit diesem Thema in Rahmen eines Klausurtags intensiv beschäftigt – zusammen mit der zuständigen Gebietsleitung Jeannette Tenbusch und Andrea Wenzel, Fachberatung vor Ort. In einem gemeinsamen Workshop erarbeiteten sie verschiedene „Erwachsenensätze“, die adultistisches Verhalten widerspiegeln. Beispiele wie „Das ist nichts für deine Ohren!“, „Ab ins Bett!“ oder „Dafür bist du noch zu klein!“ zeigen auf, wie Kinder durch Sprache entmündigt werden können.
„Mit dem Klausurtag möchten wir unsere KiTa-Leitungen für eine inklusive Sprache und Haltung sensibilisieren“, so Andrea Wenzel. Bei der Auseinandersetzung geht es vor allem darum, den Einfluss der Erwachsenen auf die Kinder zu reflektieren und bestehende Regeln zu hinterfragen. „Die Kinder sollen durch die KiTa-Mitarbeiter*innen darin bestärkt werden, ihre Lebenswelt mitzugestalten und eigene Entscheidungen zu treffen“, so die Fachberaterin.


