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Lernen mit vier Pfoten: Tiergestützte Pädagogik in der KiTa St. Pius
Wie wirkt sich der regelmäßige Kontakt zu einem Tier auf das Lernen und Verhalten von Kindern aus? In der KiTa St. Pius in Bottrop zeigt sich, dass tiergestützte Pädagogik frühkindliche Entwicklungsprozesse positiv beeinflusst. Sie ist als Schwerpunkt fest im Alltag der Einrichtung verankert. Gemeinsam mit dem ausgebildeten Therapiebegleithundeteam aus Stephanie Schacht und ihrer Hündin Lotte erarbeiten die Kinder regelmäßig verschiedene Projekte und stärken dabei spielerisch ihre Kompetenzen.
Die tiergestützte Pädagogik ist ein wertvolles Instrument, um Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu stärken. Sie umfasst pädagogische Angebote, bei denen Kinder gezielt in den Kontakt mit Tieren eingebunden werden, und unterstützt insbesondere die sozialen, kognitiven und motorischen Fähigkeiten. Bereits seit drei Jahren verstärken Stephanie Schacht und Labradoodle-Hündin Lotte den pädagogischen Alltag der KiTa St. Pius. Einmal in der Woche setzen sie gemeinsam Projekte um, bei denen die Kinder in Kleingruppen mehr über Hunde und ihr Verhalten lernen.
„Durch die regelmäßigen Besuche von Lotte und Stephanie Schacht herrscht ein Vertrauensverhältnis zwischen den Kindern und der Hündin, sodass Lotte ganz selbstverständlich als Teil der Gemeinschaft wahrgenommen wird“, erklärt KiTa-Leiterin Stefanie Kettner. „Bereits ihre Anwesenheit wirkt sich positiv auf die Atmosphäre aus: Die Kinder verhalten sich ruhiger und es entsteht ein entspanntes Miteinander. Gleichzeitig regulieren die Kinder ihr eigenes Verhalten, um für Lotte eine angenehme Umgebung zu schaffen – etwa durch leiseres Sprechen oder behutsames Streicheln.“
Das Projekt wurde 2023 auf gemeinsame Initiative einer KiTa-Familie und der Einrichtung ins Leben gerufen. Inzwischen bildet die tiergestützte Pädagogik einen Schwerpunkt der KiTa und ist im pädagogischen Konzept verankert. „Das Angebot stellt eine Bereicherung für Kinder, Familien und Mitarbeitende dar und fördert zugleich einen bewussten Umgang mit Hunden“, so Stefanie Kettner.
Kürzlich setzten die Kinder ein gemeinsames Bauprojekt um: Aus bunten, flexiblen Schläuchen gestalteten sie eine „Leckerli-Rutsche“ für Lotte. Dabei waren Kreativität, Koordination, Feinmotorik und Teamarbeit gefragt. Die Kinder verbanden die Schläuche zu einer langen Röhre und befestigten diese an einer Sprossenleiter im Raum. Anschließend ließen sie gemeinsam die Leckerchen durch die Rutsche gleiten, bis diese in einer Schale landeten und freudig von Lotte angenommen wurden.
„Die tiergestützte Pädagogik bietet vielfältige Potenziale für die frühkindliche Bildung“, erklärt Halterin Stephanie Schacht. In der KiTa St. Pius seien bereits positive Effekte sichtbar: Kinder, die dem Kontakt mit Hunden zunächst skeptisch oder ängstlich begegneten, zeigen sich inzwischen offener. Andere haben gelernt, mehr Rücksicht zu nehmen und achtsam mit anderen Lebewesen umzugehen. „Neben der Stärkung kognitiver Fähigkeiten trägt die Arbeit mit Lotte damit zur ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung der Kinder bei“, so Stephanie Schacht.



