02.02.2026
Verbandsmitteilungen

Lernen mit vier Pfoten: Tiergestützte Pädagogik in der KiTa St. Pius

Wie wirkt sich der regelmäßige Kontakt zu einem Tier auf das Lernen und Verhalten von Kindern ‎aus? In der KiTa St. Pius in Bottrop zeigt sich, dass tiergestützte Pädagogik frühkindliche ‎Entwicklungsprozesse positiv beeinflusst. Sie ist als Schwerpunkt fest im Alltag der Einrichtung ‎verankert. Gemeinsam mit dem ausgebildeten Therapiebegleithundeteam aus Stephanie Schacht ‎und ihrer Hündin Lotte erarbeiten die Kinder regelmäßig verschiedene Projekte und stärken ‎dabei spielerisch ihre Kompetenzen.‎

Die tiergestützte Pädagogik ist ein wertvolles Instrument, um Kinder in ihrer ‎Persönlichkeitsentwicklung zu stärken. Sie umfasst pädagogische Angebote, bei denen Kinder ‎gezielt in den Kontakt mit Tieren eingebunden werden, und unterstützt insbesondere die sozialen, ‎kognitiven und motorischen Fähigkeiten. Bereits seit drei Jahren verstärken Stephanie Schacht und ‎Labradoodle-Hündin Lotte den pädagogischen Alltag der KiTa St. Pius. Einmal in der Woche setzen ‎sie gemeinsam Projekte um, bei denen die Kinder in Kleingruppen mehr über Hunde und ihr ‎Verhalten lernen.‎

‎„Durch die regelmäßigen Besuche von Lotte und Stephanie Schacht herrscht ein ‎Vertrauensverhältnis zwischen den Kindern und der Hündin, sodass Lotte ganz selbstverständlich ‎als Teil der Gemeinschaft wahrgenommen wird“, erklärt KiTa-Leiterin Stefanie Kettner. „Bereits ‎ihre Anwesenheit wirkt sich positiv auf die Atmosphäre aus: Die Kinder verhalten sich ruhiger und ‎es entsteht ein entspanntes Miteinander. Gleichzeitig regulieren die Kinder ihr eigenes Verhalten, ‎um für Lotte eine angenehme Umgebung zu schaffen – etwa durch leiseres Sprechen oder ‎behutsames Streicheln.“ ‎

Das Projekt wurde 2023 auf gemeinsame Initiative einer KiTa-Familie und der Einrichtung ins Leben ‎gerufen. Inzwischen bildet die tiergestützte Pädagogik einen Schwerpunkt der KiTa und ist im ‎pädagogischen Konzept verankert. „Das Angebot stellt eine Bereicherung für Kinder, Familien und ‎Mitarbeitende dar und fördert zugleich einen bewussten Umgang mit Hunden“, so Stefanie ‎Kettner.‎

Kürzlich setzten die Kinder ein gemeinsames Bauprojekt um: Aus bunten, flexiblen Schläuchen ‎gestalteten sie eine „Leckerli-Rutsche“ für Lotte. Dabei waren Kreativität, Koordination, ‎Feinmotorik und Teamarbeit gefragt. Die Kinder verbanden die Schläuche zu einer langen Röhre ‎und befestigten diese an einer Sprossenleiter im Raum. Anschließend ließen sie gemeinsam die ‎Leckerchen durch die Rutsche gleiten, bis diese in einer Schale landeten und freudig von Lotte ‎angenommen wurden. ‎

‎„Die tiergestützte Pädagogik bietet vielfältige Potenziale für die frühkindliche Bildung“, erklärt ‎Halterin Stephanie Schacht. In der KiTa St. Pius seien bereits positive Effekte sichtbar: Kinder, die ‎dem Kontakt mit Hunden zunächst skeptisch oder ängstlich begegneten, zeigen sich inzwischen ‎offener. Andere haben gelernt, mehr Rücksicht zu nehmen und achtsam mit anderen Lebewesen ‎umzugehen. „Neben der Stärkung kognitiver Fähigkeiten trägt die Arbeit mit Lotte damit zur ‎ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung der Kinder bei“, so Stephanie Schacht.‎