07.08.2026
Verbandsmitteilungen

Offene Arbeit gibt Sicherheit im KiTa-Alltag

Kinder brauchen verlässliche Beziehungen und Vertrauen, um sich sicher zu fühlen und ihre Welt ‎neugierig ‎entdecken zu können. ‎Die offene Arbeit stärkt Kinder ‎darin, sich selbstständig in der ‎KiTa zu bewegen, Beziehungen aufzubauen und Veränderungen ‎sicher zu bewältigen. Wie gut ‎dieses Konzept trägt, zeigt sich aktuell beim Übergang in neue ‎Stammgruppen in der KiTa St. ‎Michael in Gelsenkirchen.‎

Offene Arbeit bedeutet, dass Kinder ihren Alltag nicht ausschließlich in einer festen Gruppe ‎‎erleben. Die Stammgruppe bietet ihnen einen sicheren Bezugsrahmen, von dem aus sie die ‎gesamte KiTa als Bildungsraum erkunden. Sie nutzen verschiedene Bildungsbereiche ‎und bauen ‎Beziehungen zu unterschiedlichen Kindern und Mitarbeitenden auf. Dabei ‎werden sie in ihrer ‎Selbstständigkeit gestärkt und lernen, sich sicher und eigenständig nach ihren Interessen im ‎gesamten Haus zu orientieren und zu ‎bewegen.‎

Diese Vertrautheit zeigte sich nun ganz praktisch in der KiTa St. Michael in Gelsenkirchen: Zum ‎‎neuen KiTa-Jahr wechselt ein Teil der Kinder in ‎neue Stammgruppen zu den Kindern über drei ‎Jahren. ‎Durch die bereits bestehenden Erfahrungen und Beziehungen ist dieser Übergang für viele ‎Kinder mit ‎weniger Unbekanntem verbunden. Die Vertrautheit mit Menschen, Räumen und ‎Abläufen bietet ihnen Sicherheit ‎und unterstützt sie dabei, den Übergang erfolgreich zu ‎bewältigen. ‎ ‎

„Die Kinder kannten ihre neuen Gruppen bereits lange vor dem eigentlichen Wechsel. Sie haben ‎‎dort schon gespielt, Freundschaften geschlossen und Beziehungen zu den pädagogischen ‎‎Fachkräften aufgebaut. Dadurch war der Umzug kein Schritt ins Ungewisse“, erklärt Andrea ‎‎Weißenborn, Leiterin der KiTa St. Michael.‎

Wie selbstverständlich die Kinder diesen Übergang erlebten, zeigte sich auch am Umzugstag. ‎‎Gemeinsam packten sie ihre persönlichen Dinge in selbst gestaltete Umzugskartons, räumten ihre ‎‎bisherigen Gruppenräume aus und begleiteten den Wechsel aktiv mit. Familien und Mitarbeitende ‎‎unterstützten den Umzug, indem sie die Kartons in einer Menschenkette bis in die neuen ‎‎Gruppenräume weiterreichten. Dort wurden die Kinder bereits von ihren neuen Stammgruppen ‎‎willkommen geheißen.‎

Für den KiTa Zweckverband ist dieses Beispiel Ausdruck eines pädagogischen Verständnisses, das ‎Kinder als kompetente und aktive Persönlichkeiten wahrnimmt. Offene Arbeit bedeutet dabei ‎weit ‎mehr als geöffnete Türen. Sie basiert auf einer pädagogischen Haltung, die Kindern vielfältige ‎Bildungsräume eröffnet, ihnen die Möglichkeit gibt, ihre Umgebung eigenständig zu erkunden, ‎Beziehungen aufzubauen und ihren Alltag aktiv mitzugestalten. Ziel ist es, Kinder in ihrer ‎Selbständigkeit zu stärken, ihnen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu vermitteln und sie dabei ‎zu unterstützen, zunehmend eigenverantwortlich zu handeln. ‎Gerade bei kleinen Übergängen im ‎KiTa-Alltag zeigt sich, welchen Unterschied dieses Konzept ‎macht: Veränderungen werden nicht als ‎Bruch erlebt, sondern knüpfen an bereits Vertrautes an.‎