Verbandsmitteilungen
Offene Arbeit gibt Sicherheit im KiTa-Alltag
Kinder brauchen verlässliche Beziehungen und Vertrauen, um sich sicher zu fühlen und ihre Welt neugierig entdecken zu können. Die offene Arbeit stärkt Kinder darin, sich selbstständig in der KiTa zu bewegen, Beziehungen aufzubauen und Veränderungen sicher zu bewältigen. Wie gut dieses Konzept trägt, zeigt sich aktuell beim Übergang in neue Stammgruppen in der KiTa St. Michael in Gelsenkirchen.
Offene Arbeit bedeutet, dass Kinder ihren Alltag nicht ausschließlich in einer festen Gruppe erleben. Die Stammgruppe bietet ihnen einen sicheren Bezugsrahmen, von dem aus sie die gesamte KiTa als Bildungsraum erkunden. Sie nutzen verschiedene Bildungsbereiche und bauen Beziehungen zu unterschiedlichen Kindern und Mitarbeitenden auf. Dabei werden sie in ihrer Selbstständigkeit gestärkt und lernen, sich sicher und eigenständig nach ihren Interessen im gesamten Haus zu orientieren und zu bewegen.
Diese Vertrautheit zeigte sich nun ganz praktisch in der KiTa St. Michael in Gelsenkirchen: Zum neuen KiTa-Jahr wechselt ein Teil der Kinder in neue Stammgruppen zu den Kindern über drei Jahren. Durch die bereits bestehenden Erfahrungen und Beziehungen ist dieser Übergang für viele Kinder mit weniger Unbekanntem verbunden. Die Vertrautheit mit Menschen, Räumen und Abläufen bietet ihnen Sicherheit und unterstützt sie dabei, den Übergang erfolgreich zu bewältigen.
„Die Kinder kannten ihre neuen Gruppen bereits lange vor dem eigentlichen Wechsel. Sie haben dort schon gespielt, Freundschaften geschlossen und Beziehungen zu den pädagogischen Fachkräften aufgebaut. Dadurch war der Umzug kein Schritt ins Ungewisse“, erklärt Andrea Weißenborn, Leiterin der KiTa St. Michael.
Wie selbstverständlich die Kinder diesen Übergang erlebten, zeigte sich auch am Umzugstag. Gemeinsam packten sie ihre persönlichen Dinge in selbst gestaltete Umzugskartons, räumten ihre bisherigen Gruppenräume aus und begleiteten den Wechsel aktiv mit. Familien und Mitarbeitende unterstützten den Umzug, indem sie die Kartons in einer Menschenkette bis in die neuen Gruppenräume weiterreichten. Dort wurden die Kinder bereits von ihren neuen Stammgruppen willkommen geheißen.
Für den KiTa Zweckverband ist dieses Beispiel Ausdruck eines pädagogischen Verständnisses, das Kinder als kompetente und aktive Persönlichkeiten wahrnimmt. Offene Arbeit bedeutet dabei weit mehr als geöffnete Türen. Sie basiert auf einer pädagogischen Haltung, die Kindern vielfältige Bildungsräume eröffnet, ihnen die Möglichkeit gibt, ihre Umgebung eigenständig zu erkunden, Beziehungen aufzubauen und ihren Alltag aktiv mitzugestalten. Ziel ist es, Kinder in ihrer Selbständigkeit zu stärken, ihnen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu vermitteln und sie dabei zu unterstützen, zunehmend eigenverantwortlich zu handeln. Gerade bei kleinen Übergängen im KiTa-Alltag zeigt sich, welchen Unterschied dieses Konzept macht: Veränderungen werden nicht als Bruch erlebt, sondern knüpfen an bereits Vertrautes an.



