06.07.2026
Verbandsmitteilungen

Sprachbildung stärken: KiTa Zweckverband beteiligt sich an ‎Pilotprojekt am Bildungscampus Bockmühle

Am Bildungscampus Bockmühle in Essen werden neue Wege der frühen Sprachbildung erprobt. ‎Die katholischen KiTas St. Anna und St. Clemens Maria Hofbauer beteiligen sich gemeinsam mit ‎benachbarten Schulen und weiteren Kindertageseinrichtungen aus dem Stadtteil Altendorf an der ‎Initiative.  Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf sollen so bereits vor der Einschulung ‎gezielt gestärkt und Bildungsübergänge erfolgreich gestaltet werden.‎

Sprache ist eine zentrale Voraussetzung für Bildungserfolg, gesellschaftliche Teilhabe und einen ‎gelingenden Übergang von der KiTa in die Grundschule. Eine qualitativ hochwertige Sprachbildung ist ‎deshalb für alle Kinder bedeutsam und unterstützt sie dabei, ihre individuellen sprachlichen Potenziale ‎zu entfalten. ‎

Vor diesem Hintergrund wurde ein auf drei Schulhalbjahre angelegtes Pilotprojekt am Bildungscampus ‎Bockmühle in Essen initiiert. Das Ziel lautet, Kinder in der deutschen Sprache bereits vor dem ‎Schuleintritt zu stärken und ihnen einen sicheren Übergang in die Grundschule zu ermöglichen. Das ‎Projekt greift zentrale Überlegungen der Landesregierung Nordrhein-Westfalen auf, die ab dem ‎Schuljahr 2028/2029 sogenannte ABC-Klassen einführen möchte. Die Teilnehmenden im Pilotprojekt ‎möchten erproben, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen KiTas, Grundschulen und ‎weiterführenden Schulen gestaltet werden kann.‎

‎„Als KiTa-Träger sehen wir es als unsere Verantwortung, Kinder frühzeitig und individuell in ihrer ‎Sprachentwicklung zu begleiten“, erklärt Regina Mühlinghaus, Fachberaterin im KiTa Zweckverband.‎ ‎Sprache ist der Schlüssel zu Bildung, Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Deshalb freuen wir uns, ‎gemeinsam neue Wege der Zusammenarbeit zu gehen und vor Einführung der ABC-Klassen wertvolle ‎Erfahrungen für die zukünftige Gestaltung früher Sprachbildung zu sammeln.“‎

Der KiTa Zweckverband setzt in seinen 233 Kindertageseinrichtungen seit vielen Jahren auf das ‎Konzept der alltagsintegrierten Sprachbildung. Im Gegensatz zur additiven Sprachförderung, die in ‎Fördergruppen erfolgt, findet Sprachbildung kontinuierlich im Alltag statt. Beispielsweise im Spiel, ‎beim Essen oder in Gesprächen. Sprache wird nicht als zusätzliches Angebot verstanden, sondern als ‎fester Bestandteil pädagogischer Arbeit. Doch gute pädagogische Arbeit lebt von konstruktivem ‎Austausch und neuen Erfahrungen. „Das Pilotprojekt bietet daher die Chance, andere Ansätze der ‎Sprachbildung kennenzulernen und gemeinsam zu ermitteln, welche Impulse die eigene Praxis ‎bereichern können. Wir möchten vor allem voneinander und miteinander lernen“, so Mühlinghaus.‎

Die KiTas St. Anna und St. Clemens Maria Hofbauer bringen ihre pädagogische Expertise in das ‎Kooperationsprojekt ein und werden die Umsetzung der Maßnahmen aktiv begleiten. Neben gezielten ‎Sprachangeboten für Kinder sollen auch die Familien einbezogen werden. Geplant sind unter anderem ‎Sprach-Cafés, die Austausch ermöglichen und sie dabei unterstützen, die sprachliche Entwicklung ‎ihrer Kinder im Alltag zu begleiten. Die räumliche Nähe der beteiligten Einrichtungen schafft kurze ‎Wege und ermöglicht eine enge Abstimmung zwischen den pädagogischen Fachkräften. Darüber ‎hinaus wird das Projekt wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen ‎sowohl den beteiligten Akteuren vor Ort als auch der Landesregierung Nordrhein-Westfalen als ‎Grundlage für die Weiterentwicklung vergleichbarer Angebote dienen. ‎

‎„Frühe Sprachbildung gelingt besonders dann nachhaltig, wenn Kinder in vertrauten Lernumgebungen ‎begleitet werden und alle Akteur*innen eng zusammenarbeiten. Das Pilotprojekt bietet die Chance, ‎gemeinsam tragfähige Konzepte zu entwickeln, die Kinder stärken und den Übergang in die Schule ‎erleichtern“, ergänzt Stefanie Dushaj, Leitung der KiTa St. Clemens Maria Hofbauer.‎