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Sprachbildung stärken: KiTa Zweckverband beteiligt sich an Pilotprojekt am Bildungscampus Bockmühle
Am Bildungscampus Bockmühle in Essen werden neue Wege der frühen Sprachbildung erprobt. Die katholischen KiTas St. Anna und St. Clemens Maria Hofbauer beteiligen sich gemeinsam mit benachbarten Schulen und weiteren Kindertageseinrichtungen aus dem Stadtteil Altendorf an der Initiative. Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf sollen so bereits vor der Einschulung gezielt gestärkt und Bildungsübergänge erfolgreich gestaltet werden.
Sprache ist eine zentrale Voraussetzung für Bildungserfolg, gesellschaftliche Teilhabe und einen gelingenden Übergang von der KiTa in die Grundschule. Eine qualitativ hochwertige Sprachbildung ist deshalb für alle Kinder bedeutsam und unterstützt sie dabei, ihre individuellen sprachlichen Potenziale zu entfalten.
Vor diesem Hintergrund wurde ein auf drei Schulhalbjahre angelegtes Pilotprojekt am Bildungscampus Bockmühle in Essen initiiert. Das Ziel lautet, Kinder in der deutschen Sprache bereits vor dem Schuleintritt zu stärken und ihnen einen sicheren Übergang in die Grundschule zu ermöglichen. Das Projekt greift zentrale Überlegungen der Landesregierung Nordrhein-Westfalen auf, die ab dem Schuljahr 2028/2029 sogenannte ABC-Klassen einführen möchte. Die Teilnehmenden im Pilotprojekt möchten erproben, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen KiTas, Grundschulen und weiterführenden Schulen gestaltet werden kann.
„Als KiTa-Träger sehen wir es als unsere Verantwortung, Kinder frühzeitig und individuell in ihrer Sprachentwicklung zu begleiten“, erklärt Regina Mühlinghaus, Fachberaterin im KiTa Zweckverband. Sprache ist der Schlüssel zu Bildung, Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Deshalb freuen wir uns, gemeinsam neue Wege der Zusammenarbeit zu gehen und vor Einführung der ABC-Klassen wertvolle Erfahrungen für die zukünftige Gestaltung früher Sprachbildung zu sammeln.“
Der KiTa Zweckverband setzt in seinen 233 Kindertageseinrichtungen seit vielen Jahren auf das Konzept der alltagsintegrierten Sprachbildung. Im Gegensatz zur additiven Sprachförderung, die in Fördergruppen erfolgt, findet Sprachbildung kontinuierlich im Alltag statt. Beispielsweise im Spiel, beim Essen oder in Gesprächen. Sprache wird nicht als zusätzliches Angebot verstanden, sondern als fester Bestandteil pädagogischer Arbeit. Doch gute pädagogische Arbeit lebt von konstruktivem Austausch und neuen Erfahrungen. „Das Pilotprojekt bietet daher die Chance, andere Ansätze der Sprachbildung kennenzulernen und gemeinsam zu ermitteln, welche Impulse die eigene Praxis bereichern können. Wir möchten vor allem voneinander und miteinander lernen“, so Mühlinghaus.
Die KiTas St. Anna und St. Clemens Maria Hofbauer bringen ihre pädagogische Expertise in das Kooperationsprojekt ein und werden die Umsetzung der Maßnahmen aktiv begleiten. Neben gezielten Sprachangeboten für Kinder sollen auch die Familien einbezogen werden. Geplant sind unter anderem Sprach-Cafés, die Austausch ermöglichen und sie dabei unterstützen, die sprachliche Entwicklung ihrer Kinder im Alltag zu begleiten. Die räumliche Nähe der beteiligten Einrichtungen schafft kurze Wege und ermöglicht eine enge Abstimmung zwischen den pädagogischen Fachkräften. Darüber hinaus wird das Projekt wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen sowohl den beteiligten Akteuren vor Ort als auch der Landesregierung Nordrhein-Westfalen als Grundlage für die Weiterentwicklung vergleichbarer Angebote dienen.
„Frühe Sprachbildung gelingt besonders dann nachhaltig, wenn Kinder in vertrauten Lernumgebungen begleitet werden und alle Akteur*innen eng zusammenarbeiten. Das Pilotprojekt bietet die Chance, gemeinsam tragfähige Konzepte zu entwickeln, die Kinder stärken und den Übergang in die Schule erleichtern“, ergänzt Stefanie Dushaj, Leitung der KiTa St. Clemens Maria Hofbauer.

