Aus den KiTas
Vorbereitung auf Ostern: So gestalten KiTas die Fastenzeit
Die Fastenzeit lädt Christ*innen zu bewusstem Verzicht und innerer Einkehr ein – und prägt zugleich den Alltag in den KiTas des KiTa Zweckverbandes. Zwischen Aschermittwoch und Karsamstag greifen die Einrichtungen diese 40 Tage im Rahmen ihrer religionspädagogischen Arbeit auf und machen die christliche Botschaft für Kinder erfahrbar. Durch Rituale, Geschichten und liturgische Angebote entsteht ein Raum, in dem gelebter Glaube spürbar wird und die Vorbereitung auf Ostern eine kindgerechte, lebendige Form erhält.
Essen: KiTa St. Hubertus
In St. Hubertus wurde ein interaktives Fastenprojekt gestartet: Kinder und KiTa-Mitarbeiter*innen haben gemeinsam einen „Fastenfisch“ aus Pappe und buntem Papier gestaltet, dessen Schuppen verschiedene persönliche Fastenwünsche der Kinder tragen. Jeden Tag bis Karfreitag wird eine neue Fastenidee besprochen und diese für einen Tag oder eine ganze Woche in der KiTa umgesetzt.
Auf Wunsch der Kinder wurde zum Beispiel schon auf Bastel- und Spielmaterial verzichtet. Die Kinder brachten alte Kartons von zuhause mit, statt neues Papier zu verwenden. Weiterhin entschieden die Kinder gemeinsam mit den KiTa-Mitarbeiter*innen, auf welches Spielzeug sie für einen Woche verzichten möchten und räumten es gemeinsam aus dem Regal. „Durch das Fasten auf bestimmte Dinge reflektieren die Kinder ihren Konsum bewusst und lernen dabei auch, nachhaltig mit Ressourcen umzugehen,“ so Sandra Marek, KiTa-Leiterin in St. Hubertus.
Oberhausen: KiTa St. Antonius-Klosterhardt
Das Familienzentrum St. Antonius hat sich in der Fastenzeit unter anderem mit den Themen Kinderrechte, Ablehnung und Gemeinschaft beschäftigt. Jede Woche hören die Kinder in einer Wortgottesfeier eine passende biblische Geschichte. Die Erzählungen regen dazu an, über Themen wie Wertschätzung und Respekt sowie den bewussten Umgang miteinander ins Gespräch zu kommen.
Zuletzt hörten die Kinder die Geschichte über Bartimäus, einen blinden Bettler, der von Jesus geheilt wurde. Anschließend spielten die Kinder das Gehörte nach: Je ein Kind mit einer Augenbinde wurde von einem sehenden Kind durch den Bewegungsraum der KiTa geführt. Dabei erfuhren die Kinder, wie wichtig gegenseitige Unterstützung und Vertrauen sind.
Bochum: KiTa Herz Jesu
„Eine Linie ist ein Punkt, der spazieren gegangen ist“: Unter diesem Motto von Maler Paul Klee gestaltet die KiTa Herz Jesu in Bochum-Hamme die Fastenzeit als Zeit des bewussten Wahrnehmens. Dafür wurde das Spielzeug vorübergehend reduziert und stattdessen ziehen sich bunte Klebebandlinien über Fußböden, Türen und Wände im gesamten Haus.
Durch das Material entsteht Raum für Kreativität: Die Linien werden für die Kinder zu Wegen, Grenzen, Brücken oder Balancierpfaden und laden sie ein, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen und eigene Spielideen ohne fertige Vorgaben zu entwickeln. Gleichzeitig bekommt das Vorhandene wieder mehr Bedeutung. Nach der Fastenzeit kehrt das Spielzeug schrittweise wieder zurück und lässt die Kinder neu entdecken, wie wertvoll Vertrautes sein kann.
Oberhausen: KiTa St. Josef
In der KiTa St. Josef wurde sich der Fastenzeit auf interreligiöse Weise genähert: Gemeinsam mit der Religionsfachkraft der Einrichtung und einer aus Syrien stammenden KiTa-Mutter erlebten die Kinder einen religiösen Impuls zur christlichen Fastenzeit und zum muslimischen Fastenmonat Ramadan, die in diesem Jahr gleichzeitig stattfinden.
Zunächst betrachteten die Kinder verschiedene muslimische Symbole und erfuhren mehr über ihre Bedeutung. Dazu gehörte zum Beispiel der Halbmond, der eine zentrale Rolle im islamischen Jahr spielt. Bei dem Impuls lernten die Kinder auch mehr über die Gemeinsamkeiten von Islam und Christentum: Viele Rituale, Feste und Prinzipien sind in beiden Religionen ähnlich, wie etwa das Fasten oder das Schmücken von Häusern zu besonderen Feiertagen. Anschließend konnten die Kinder das traditionelle Fastenbrechen im Ramadan nachempfinden: Sie aßen zusammen Datteln und tranken Wasser.
KiTa-Kindern einen Zugang zu Religion und religiösem Leben zu ermöglichen, entspricht dem katholischen Profil des KiTa Zweckverbandes. In den katholischen Kindertageseinrichtungen werden Religionen und Feste verschiedener Glaubensrichtungen thematisiert. Dabei gehen die pädagogischen Fachkräfte auf die unterschiedlichen Religionen einzelner Familien ein. Die Kinder und Familien erleben, dass sie und ihre Religion wichtig sind. Gleichzeitig erfahren alle KiTa-Kinder, wie vielfältig die Welt ist. So wird bereits in der frühkindlichen Bildung der Grundstein für Toleranz und ein friedliches Zusammenleben gelegt.
Gelsenkirchen: KiTa St. Michael
In der Fastenzeit begeben sich die Kinder der KiTa St. Michael auf eine besondere Entdeckungsreise: Gemeinsam mit dem Chamäleonvogel hören sie Geschichten aus dem Leben Jesu bis Ostern und setzen sich in Gesprächen, Spielen und kreativen Aktionen mit ihnen auseinander.
Dabei begegnen sie nicht nur den schönen Momenten, sondern auch den traurigen und schweren Teilen der Geschichte. Die bunten Federn des Chamäleonvogels begleiten die Erzählungen dabei als Symbol: In hoffnungsvollen Momenten leuchten sie in bunten Farben, bei traurigen Ereignissen verlieren sie ihre Farbe – bis sie in der Osternacht durch Hoffnung und neues Leben wieder neu aufleuchten.
Am Herzensort der KiTa werden die besprochenen Szenen aus den Geschichten gemeinsam gestaltet und für Kinder und KiTa-Familien sichtbar gemacht. So erleben die Kinder die Fastenzeit als eine Zeit des gemeinsamen Nachdenkens, des Staunens und der Hoffnung.
Bottrop: KiTa St. Franziskus
In der Fastenzeit beschäftigen sich die Kinder der KiTa St. Franziskus mit der Frage, was Fasten bedeutet und wie sie mithilfe ihrer Sinne – Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Hören – die Welt bewusster wahrnehmen können. Einmal pro Woche treffen sich alle Gruppen am Herzensort der KiTa, um dort mehr über einen neuen Sinn zu erfahren und eine passende Aktion umzusetzen. Zuletzt stand der Sinn „Fühlen“ im Mittelpunkt: Die Kinder versuchten zunächst, Gegenstände mit geschlossenen Augen zu ertasten – was für einige gar nicht so einfach war.
Aus dieser Erfahrung entstand die Idee, einen Tastkasten zu bauen. Die Kinder gestalteten gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften einen Karton, durch den sie verschiedene Spielzeugfiguren, -autos oder Bausteine ertasten konnten, ohne sie zu sehen. Anschließend suchten sie die passenden Dinge aus einer Schale heraus und überprüften, ob ihre Vermutung stimmte. Durch die Auseinandersetzung mit ihren Sinnen lernen die Kinder, sich auf einzelne Dinge zu konzentrieren und diese bewusst wahrzunehmen.





