05.02.2026
Aus den KiTas

‎‎Von der Idee zum Projekt: Wie Kinder in der KiTa St. Michael ihre Lernwelt formen

In der KiTa St. Michael in Gelsenkirchen zeigt ein aktuelles Projekt eindrucksvoll, wie Partizipation und der Situationsansatz den pädagogischen Alltag bereichern. Auslöser waren die Schuluntersuchungen der älteren Kinder, die in der ganzen KiTa großes Interesse, Stolz und Neugier weckten. Schnell entstand der Wunsch, das Kinderbüro in eine „Schule“ zu verwandeln.

In der Kinderkonferenz stellten die Kinder ihre Idee vor, diskutierten darüber und stimmten gemeinsam ab. Dabei formulierten sie klare Vorstellungen: Eine Tafel sollte Teil des Raumes sein und eine „Lehrerin“ sollte das Spiel begleiten.

Auf Basis dieser Impulse gestalteten die Kinder gemeinsam mit dem KiTa-Team das Atelier zu einem Klassenraum um. Eine pädagogische Fachkraft übernahm die Rolle der „Lehrerin“, während die Kinder entschieden, welche Themen sie bearbeiten. Dabei orientierten sich die Kinder an den zuvor erlebten Schuluntersuchungen und wollten um die Wette Punkte zählen, Tiere raten und aus geometrischen Formen Fahrzeuge gestalten.

So entwickelte sich das Projekt zu einem lebendigen Beispiel dafür, wie Kinder ihre Lernumgebung aktiv mitgestalten, Verantwortung übernehmen und eigene Interessen einbringen.

Für das pädagogische Team bot die Situation zugleich wertvolle Einblicke in aktuelle Themen, Fähigkeiten und Bedürfnisse der Kinder. Die Beobachtungen fließen in die Dokumentation ein und unterstützen die weitere Entwicklungsbegleitung. Der Übergang von KiTa zur Schule ist eine sogenannte Schlüsselsituation im Leben der Kinder. Diese stellen Situationen dar, die für Kinder über das Jetzt hinaus von Bedeutung sind. Dadurch, dass diese in der KiTa aufgegriffen und vom KiTa-Team begleitet werden, erwerben Kinder wichtige Kompetenzen für ihr Leben, wie Selbstvertrauen, sprachliche Ausdrucksfähigkeit, Problemlösefähigkeit und soziale Handlungskompetenz.

Das Projekt zeigt wie wirkungsvoll der Situationsansatz im KiTa-Alltag ist. Aus einem spontanen Impuls der Kinder entstand ein Lern- und Erfahrungsraum, der von Neugier, Eigeninitiative und Fantasie geprägt war – und wie wichtig echte Mitbestimmung für kindliche Bildungsprozesse ist.